Altweiberfasching 2008

Der Mitternachts-Stripper wird nicht vermisst.

Tänzer aus Eisenberg und Gauersheim siegen beim Männerballett-Wettbewerb an Altweiberfasnacht.

Auch ohne den - in vorigen Jahren auftretenden - Stripper an Mitternacht sind die zahlreichen „alten Weiber" beim Männerballett-Wettbewerb in Steinbach voll auf ihre Kosten gekommen. Unter den Achseln rasierte Tänzer gab"s allemal - und gleich zwei Sieger: das Männerballettwett aus Gauersheim und die „Schoppesisters" aus Eisenberg. Schade eigentlich, dass nur noch Kerzenheimer und Einselthumer Vertreter des starken Geschlechts die mit Narrenfreiheit versehenen Frauen im Sportheim köstlich unterhalten haben.

altweiberfasching 2008Die Männer passen auf die Kinder auf und wir gehen feiern", kannte nicht nur die 36-jährige Brigitte aus Winnweiler das Motto des Abends. Eine Tischnachbarin sprach da aus Erfahrung: „Ich hatte einmal meinen Mann dabei, nie wieder"- seither ist sie an Altweiberfasnacht solo unterwegs. So können die Frauen auch viel ungehemmter ihre Favoriten lautstark bejubeln. Und da steht nicht unbedingt der beste Tanz ganz oben in der Gunst der Damen, sondern die beste Show - und nicht selten: je mehr Haut desto besser.

Beim von Rainer Bauer - mit „Assistentin" Katrin - moderierten Wettbewerb gehörten zur Jury: Christine aus Börrstadt, Sandra aus Kirchheimbolanden und Marianne aus Bolanden. Den acht Männer aus Kerzenheim, die nach ihrem Fackeleinzug ihren Vortrag im Stechschritt begannen, fehlte es den Jurorinnen an Erotik. Die Männer um Hans Wegener waren einfach zu brav für das kritische Publikum, wenn auch der von Bettina Schuhmacher einstudierte Tanz bestens funktioniert hat. Erstmals in Steinbach dabei war die Gruppe aus Einselthum. Als sie auf die Teilnahme angesprochen wurde, habe man spontan zugesagt, erklärte „Manager" Hans-Jürgen Jeltsch: „Wir möchten Spaß haben." Und den hatten sie, nachdem Martina Wagner-Jeltsch sie zu furchterregenden Vampiren geschminkt hatte. Im abgedunkelten Saal wurden Kreuze aufgestellt und aus dem Nichts heraus begann der imposante Tanz der Vampire.

Ganz anders dann die sechs „Schoppesisters" aus Eisenberg. Ganz im Sinne ihrer Trainerin Andrea Lauer tanzten und marschierten sie auf Melodien der schwedischen Pop-Gruppe Abba. Begeistert waren die Frauen nicht nur von den aufwendig geschneiderten Kostümen, die den wildesten Sprüngen stand gehalten haben. Unmittelbar danach eroberten vermummte Gestalten die Bühne. Zu fetziger Musik entledigten sie sich nach und nach ihrer Kleidung, bis sieben flotte Gauersheimer „Damen" zum Vorschein gekommen sind. Turnerische und gymnastische Elemente hat ihnen Trainerin „Rike" Eller beigebracht, mit denen sie in Aerobic-Manier das Publikum begeisterten. Für Männer nicht, für das geübte Frauenauge allerdings sofort zu erkennen: „Die sind sogar unter den Achseln rasiert." Auch das kommt bei der Jury gut an.

Wer an dem Abend nicht beim „Nabel der Männerballetts" war, hat etwas versäumt. Zumal die Tanzfläche vor der Bühne immer wieder ausgiebig genutzt worden ist, wenn die Band aufspielte. Viel Frauen-Lob gab es für die Gemütlichkeit und natürlich die schwitzenden Männer auf der Bühne. Sie haben den in den letzten Jahren gegen Mitternacht erscheinenden Stripper total vergessen lassen. „Das muss nicht sein", brachte eine Dame mittleren Alters die Meinung der meisten „Weiber" auf den Punkt.

Zurück