Altweiberfasching 2007

Flotte Feger in schwarzer Reizwäsche.

„Männerballett-Wettbewerb" erstmals ohne Sieger.

Das Steinbacher Sportheim war auch in diesem Jahr an Altweiberfasnacht wieder die erste Adresse für Männerballetts - frenetisch angefeuert von kräftig feiernden Damen. Klasse statt Masse war beim diesjährigen „Männerballett-Wettbewerb" angesagt. Drei Formationen zeigten ihr Können vor begeisterten Zuschauern, die sich längst zu einem fachkundigen Publikum entwickelt haben.

altweiberfasching 2007Jedes der drei Männerballetts wurde gebührend empfangen. Schon nach wenigen Tanzschritten war die Stimmung auf dem Siedepunkt, die aufmerksamen Betrachterinnen verfolgten jede noch so geringe Körperbewegung. Zwischen den Auftritten gab"s Schunkelrunden und Tanzmusik - so manchen Besucher hielt es vor Begeisterung nur kurze Zeit auf seinem Stuhl. Den Auftakt machten die „Schoppensisters" aus Eisenberg: Sechs gestandene Männer bevölkerten in Kittelschürze und Besen die Bühne. Doch aus der angedeuteten Reinigung der Halle wurde nichts - denn schnell verwandelten sich die strammen Herren in liebliche Damen in schwarzer Reizwäsche. Hysterische Rufe aus dem überwiegend weiblichen Publikum waren die (logische) Folge. Trainerin Andrea Krebühl verstand es, die Männer auf Trab zu bringen und gab am Bühnenrand mit zarter Hand taktvolle Hinweise. „Den mit den Spitzenhosen find" ich gut", lautete einer der vielen weiblichen Kommentare.

Drei Monate Training.

Reiner Bauer führte durch das Programm und sagte schon bald die nächste Truppe an: das Männerballett aus Gonbach. Unter den kritischen Augen von Prinzessin Melanie I. vom 1. Donnersberger Carneval-Verein war die Gruppe krankheitsbedingt nur mit fünf Mann angetreten. Dennoch füllten sie mit ihrer Papp-Lokomotive die Tanzfläche aus. Drei Monate lang haben die Männer für die Auftritte in dieser Kampagne trainiert, so Trainerin Melanie Ellenberger. „Dabei sein und Spaß haben" - so die Devise der Mannschaft. Mit dabei „Tanzopa" Harald Thomas, von dessen 58 Lebensjahren auf der Bühne keine Spur war. Auf das Kommando von „Jim Knopf" fuhr die Lokomotive ein, in glänzenden Overalls leisteten die Gonbacher ihren Beitrag zu einem Wettbewerb, bei dem es in diesem Jahr nur Gewinner gab: Ein offizieller Sieger wurde nicht gekürt.

Beweglich und mit eindrucksvoller Gestik begab sich die Gonbacher Truppe auf die Suche nach der einsamen Insel. Nach gardeähnlichen Einlagen verwandelten sie sich in eine militärisch-kämpferischen Einheit - allerdings in friedlich-fasnachtlicher Mission. Dabei überzeugten sie nicht nur mit ihrem Stechschritt - das Volk tobte auch bei ihren vielsagenden Liegestützen. Sie zeigten sich aber auch als Gentleman mit Jackett und Krawatte, die sie aber im letzten Teil wieder ablegten. „Eine Klasseleistung", lobten die fachkundigen Damen, die den Gonbachern sofort den ersten Preis geben wollten. In deren Reihen befand sich VG-Beigeordneter Hubert Weismann.

Biene Maja schläft ein.

In die Märchenwelt begab sich das Männerballett des TV Schweisweiler: Um die Biene Maja schwirrten kleine Tierchen über die närrische Bühne. Im Mittelpunkt die kräftige gelb-schwarze Biene, die ständig von Müdigkeit übermannt wurde und sich deshalb schlafen legen musste. Nicht gerade zimperlich ging die Tierwelt mit ihrer geliebten Biene Maja um - bis zum „kontrollierten Absturz". Trainerin Silke Schuschke machte den Männerbeinen Dampf - unter ihnen Ortsbürgermeister Karl-Heinz Böhmer.

„Wie sieht heute wohl der Stripper aus?", fragten sich manche Damen bereits an der Kasse in Vorfreude auf das alljährliche „Schmankerl". Eingepackt in festes Schuhwerk, Schutzkleidung und mit Sicherheitshelm betrat der mit Spannung erwartete junge Mann aus Haßloch das närrische Parkett. Jubelschreie wurden laut, als er die Arbeitshose ablegte - als sein braungebrannter Oberkörper zum Vorschein kam, brodelte es im Publikum. Erwartungsgemäß band er eine junge Dame in seinen Auftritt mit ein - doch als ein Sternenbanner der noch einzige Stoff an seinem Körper war, entfernte sich die Blondine auf leisen Sohlen. Ein weiblicher Dracula musst herhalten - doch eincremen durfte den „Supermann" wieder eine „Bürgerliche". Die weiblichen Besucher waren"s zufrieden - abzulesen an Kommentaren wie „eine Supershow" oder „ein knackiger Kerl". Altweiberfasnacht in Steinbach ist halt immer ein Erlebnis - auch ohne echten Sieger beim „Männerballett-Wettbewerb".

Zurück