Fussball satt am Fuße des Donnersberg

Flutlicht-Neuling Mackenbach schießt sich zum Tuniersieg.

Mitternachtsturnier der AH-Mannschaften in Steinbach - SV Gundersweiler überraschend im Finale.

In Abwesenheit von Titelverteidiger LOS Banditos Mannheim hat sich ein Neuling in den Olymp des 5. Steinbacher Mitternachtsturniers gespielt. Leichtfüßig und fast immer souverän sah es aus, wenn das AH-Ensemble des SV Mackenbach zum Angriff blies: Sieben Siege in sieben Spielen und 26 Tore, so die verblüffende Bilanz des neuen „Flutlicht-Champions" am Donnersberg.

Armin Bauer, der als Organisator und Stadionsprecher immer ein Auge für Spielstände und Statistik reserviert, sah einen verdienten Sieger: Im Endspiel gegen Überraschungsfinalist SV Gundersweiler hatte Mackenbach alles unter Kontrolle, sicherte sich mit einem 3:0 in 16 recht unspektakulären Minuten den Pokal. Spannung gab es da schon eher im Halbfinale, als man sich mit dem ASV Winnweiler, Stammgast und Ex-Titelträger bei den Steinbacher „Flutlicht-Festspielen", messen musste. Das dauerte bis ins Elfmeterschießen, in dem Mackenbach einen Neunmeter-Spezialisten und Winnweiler in ihm seinen Meister entdeckte.

Der Rest ist Geschichte, für Armin Bauer eine besonders glückliche. Der „Herr der Zahlen" hatte sich am Samstagmittag gerade auf den Weg zum Sportplatz machen wollen, da klingelte das Telefon: Absage SG Hirschhorn/Heiligenmoschel. „Das ist natürlich verzwickt, wenn du so kurzfristig noch umplanen musst." Kurz zuvor hatte sich bereits Vorjahressieger LOS Banditos Mannheim für indisponiert erklärt. Umso dankbarer zeigte sich Bauer über die spontane Reaktion aus Münchweiler. TuS-Spielleiter Udo Schöneberger erklärte sich bereit, seinen großen Kader zu halbieren, mit einer zweiten Truppe, den „Alsenzbanditen" aus Münchweiler, in die Presche zu springen. Auch in den eigenen Reihen fand Bauer Unterstützung. Überwiegend ehemalige Spieler seines TuS bildeten über eine improvisierte Telefonkette die „Donnersberg All Stars", die erst im Viertelfinale am späteren Finalisten aus Gundersweiler scheiterten.

A propos Scheitern: Im fünften Anlauf war es dem TuS Göllheim wieder nicht vergönnt, einen Neunmeterkrimi für sich zu entscheiden. Mit vielen prominenten Namen wie Lauermann, Färber und Manitz ausgestattet, war für den TuS schon im Viertelfinale Endstation, bei drei verschossenen Versuchen von der Strafstoßlinie. Auch Börrstadt, Sieger von 2003, musste hier die Waffen strecken. Parallel zum „Neunerschießen" Göllheims verlor der SVB sein „Duell vom Punkt" gegen Zellertal. Und die Fans waren zufrieden.

Während man in den Gruppenspielen noch öfter Zeit für das leibliche Wohl fand und in der Sporthalle auf großer Leinwand von einer sich stetig steigernden DFB-Elf unterhalten wurde, ging es ab dem Achtelfinale dann so richtig rund. Da schenkten sich die Kontrahenten nichts mehr, da ging es auch schon einmal unverblümt auf die Knochen. Besonders attraktiv: Das Duell der All Stars und der Pälzer Parre, das Michael Siragusano, Ex-Goalgetter beim TuS Steinbach, mit dem wohl schönsten Tor des Tages für die Lokalmatadoren entschied.

Wie für die weit gereiste Truppe von Brehmer Leipzig kam das Aus dann in der nächsten Runde. Und das, obwohl man sich „heimlich" verstärkt hatte: Hendrik Förster, tagsüber als Mathelehrer am NPG beschäftigt, wurde in dieser erfrischend kühlen Nacht zum Dribbelkönig, konnte beim 0:3 gegen Mackenbach aber keine Impulse geben. Für seine Nominierung rechtfertigte er sich, in Hinblick auf seine Herkunft (waschechter Sachse) wie folgt: „Ich bin der einzige, der die Jungs versteht".

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