70 Jahre Fußball beim TuS 07 – Geschichten aus der Gründerzeit

Wir schreiben das Jahr 1946. Im März dieses Jahres wird 10 Monate nach Kriegsende die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen und der Verein als Turn- und Sportverein 1907 angemeldet.

 Kriegsheimkehrer und weitere junge Männer denken trotz großer Not in dieser schweren Zeit an den Fortbestand des Vereins.

 Dazu gehören die heutigen Ehrenmitglieder Albert Wörner und Heinrich Philippi. Sie sind nunmehr 70 Jahre Mitglied im TuS und nehmen noch heute interessiert am Vereins-geschehen teil.

Bereits im April des gleichen Jahres formiert sich nach 1930 zum zweiten Mal eine Fußball-mannschaft beim TuS, welche am Spielbetrieb des Sportkreises Rockenhausen teilnimmt. Seit dieser Zeit nimmt der TuS 07 ununterbrochen an Verbandsspielen teil.

Die Vereinskasse füllt sich durch Spenden der Steinbacher. Doch diese finanziellen Mittel reichten bei weitem für einen Neubeginn nicht aus. Die Fußballer finden einen Ballspender. Doch währte die Freude darüber nicht lange. Dem geschnürten Lederball ging des Öfteren die Luft aus und war genauso oft beim Schuhmacher wie auf dem Fußballplatz. Ein Kopfball mit der eisenharten Kugel war genauso gefährlich wie ein Sprung in ein leeres Schwimmbecken. „Do warsch de acht Daa weg!“, so einer der Beteiligten.

Trikothemden wurden aus alten Fahnen des dritten Reiches genäht. Die Hemden hatten keine Rückennummern und man konnte Hinausstellungen durch falsche Namensangaben vermeiden. Die Hosen wurden aus alten Mehlsäcken hergestellt. Und gewöhnliche Straßenschuhe auf die Riemen genagelt wurden, dienten als Fußballstiefel. Beim Auswärtsspiel in Münchweiler trat ein TuSler mit Gebirgsjägerschuhen an und blieb kurz vor Ende der Partie von Wadenkrämpfen geschüttelt auf dem Platz liegen. Schnell hatte man eine Ausrede für die deftige Packung, die man bekam. „Es lag an den Schuhen!“

Die Mannschaft fährt in einem Holzvergaser-LKW zu den Auswärtsspielen. Dabei musste man des Öfteren anhalten um Holz nachzuschieben und Wasser zu holen.

Der Zuschauerzuspruch war gewaltig. Der Fußball brachte Ablenkung in einer entbehrungsreichen Zeit. Zu den Auswärtsspielen reisten die Fans „per pedes“ und einige wenige nahmen das Rad.

Die erste Heimspielstätte war eine Wiese an der Oberen Mühle. Seitlich zwischen Strafraum und Mittellinie stand auf dem Feld ein Strommast aus Holz. Mit dem Mast machte während des Spiels der ein oder andere Spieler im Eifer des Gefechts unliebsame Bekanntschaft.
Zitiert aus der Vereinschronik des TuS 07 von Klaus Engel „100 Jahre jung“

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