Trauerrede

Der Mensch träumt solange er lebt!

Lieber Uwe, liebe Birgit, liebe Elli, liebe Familienmitglieder und Trauergäste.

Auch der Turn- und Sportverein Steinbach trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Jakob Bauer.

Der Mensch träumt solange er lebt. Das war eines von Jakobs Zitaten. Wenn wir Jungen zusammen saßen und von großen sportlichen Erfolgen träumten, führte er uns oft mit diesem Satz auf den Boden der Tatsachen und in die Realität des Vereinslebens zurück.

Jakob Bauer hat nicht nur geträumt. In den vielen Jahren in denen er als 1. und 2. Vorsitzender den Verein führte, hat er seine Träume und die Träume vieler Mitglieder wahr werden lassen. Unsere heutige Sportanlage mit der Gymnstikhalle, der Kegelbahn und letztendlich dem Rasenplatz ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Bereits in den 60er Jahren schaffte er die Grundlagen zur Verwirklichung des heutigen Standorts in dem er in zähen Verhandlungen Grund und Boden erwarb.

Zu Beginn der 80er Jahre schaffte er es die Mitgliedschaft hinter sich zu bringen und das wohl größte Projekt des Vereins anzugehen. Unter seiner Führung wurde die Turn- und Gymnastikhalle gebaut und zum 75-jährigen Vereinsjubiläum vollendet.

Und als danach die aktiven Fußballer immer lauter von einem saftig grünen Rasenplatz träumten, nahm er auch diesen Traum auf und ließ ihn abermals mit der tatkräftigen Hilfe vieler Mitglieder wahr werden. Zur 90-Jahr Feier des TuS liefen die Fußballer auf sattem Grün auf. Viele sportliche Träume sind danach wahr geworden und der Verein setzte zu einem wahren Höhenflug an.

Und wenn heute unsere vier Jugendmannschaften übrigens so viele wie noch nie auf dem grünen Rasen trainierten und spielten oder wie beim letzten Jugendturnier fast 100 Teams in Steinbach zu Gast waren, dann konnte man Jakob sehen, wie er da saß und mit stiller Zufriedenheit diesen Anblick genoss. Sein Werk und das vieler Mitglieder hat Früchte getragen.

Jakob Bauer war 63 Jahre lang Mitglied beim TuS 07, davon in zwei Epochen 21 Jahre als 1. und 8 Jahre als 2. Vorsitzender tätig. An seinem 70. Geburtstag wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielt viele weitere Auszeichnungen von den Sportverbänden der Pfalz.

Trotz seiner großen Verdienste für den Verein blieb Jakob Bauer immer bescheiden. Denn er wusste um die Zusammenhänge und die Bewegungskraft von Gleichgesinnten.
„Allein kann man sich etwas träumen, aber zur Ausführung bedarf es der Gemeinschaft“, so sagte er.  Auf diese Gemeinschaft konnte er bauen und mit ihr vieles bewegen.

Abschließend möchte ich aus Jakobs Aufzeichnungen gegen Ende des Hallenbaus zitieren. Dabei sehen wir ihn vor uns, wie er zu hause an seinem Küchentisch sitzt, vielleicht genüsslich ein Zigarettchen raucht und am Heiligen Abend 1981 folgende Sätze niederschrieb:

„Mit der Schlussabrechnung am 23. Dezember nimmt nach 17 Monaten Bauzeit eine Sache ihren Abschluss, die in der Vereinsgeschichte bis heute einmalig sein dürfte. 8000 Stunden opferten Vereinsmitglieder und Freunde diesem Bauwerk. Mögen unsere Nachfolger sich dieses immer, in Schwierigkeiten des Vereins, vor Augen halten und an die vielen freiwilligen Mithelfer denken, die im Glauben für eine gute Sache beim Bau der Gymnastikhalle ihre Freizeit geopfert haben. Wenn ich heute am Heiligen Abend diese Zeilen niederschreibe, möchte ich allen Helfern unserer Sache ein Herzliches Dankeschön sagen. Mein persönlicher Wunsch für die neue Gymnastikhalle besteht darin, dass die selbige für meine Heimatgemeinde mit Gottes Segen eine friedliche Zukunft und zur Zufriedenheit aller beitragen wird.“

Lieber Jakob, die Mitglieder und Freunde des Turn- und Sportvereins und des Fördervereins sagen Dir für alles Geleistete ein herzliches Dankeschön und wünschen Dir einen Guten Nachhauseweg.

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