Vorrundenbesprechung der Aktiven

Die „Schiri"-Pauschale kommt.

Am 11. und 12. August beginnt die Fußball-Saison 2007/08 auch für die Bezirksklasse Nord-Westpfalz. Spielleiter Karl-Heinz Schwarz stellte auf der Besprechung zur Vorrunde drei Neulinge und eine „Idee" vor, die für Diskussionsstoff sorgte.

Vorab sei verraten: Sie kommt. Die so genannte „Schiedsrichterpauschale" wird ab der nächsten Saison das bisherige Verfahren ablösen und die je nach Anfahrtsweg variierenden Abrechnungen durch einen „Einheitspreis" ersetzen. 55 Euro (pro Meisterschaftsspiel der Bezirksklasse-Mannschaft) wird diese Pauschale betragen, was auf den ersten Blick ganz vernünftig klingt. Da die „Schiedsrichterkosten" in der vergangenen Saison aber im Schnitt gerade einmal 42 Euro maßen, waren die Vereinsvertreter skeptisch. 13 Euro Aufschlag seien kein Pappenstiel, meinte man beispielsweise aus Reihen des SV Enkenbach. Außerdem wäre es besser gewesen, die Vereine im Vorfeld über eine solche Maßnahme aufzuklären. Regelrecht überrumpelt fühle man sich dabei, quasi erst am Abend der Entscheidung von dem Entscheidungsgegenstand zu erfahren.

Als eine Abstimmung unter den Vereinsvertretern unvermeidlich wurde, ging Walter, bis dahin noch ganz unaufgeregt, energisch in die Offensive. In keinem anderen Bezirk mache man sich überhaupt noch die Mühe und versuche, die Schiedsrichterkosten über alle Vereine gerecht zu verteilen. Dann rechnete er vor, was von den 55 Euro effektiv übrig bleibt: Ein Stundenlohn von rund drei Euro. Dafür, so Walter, würde von den Anwesenden wohl keiner schuften. „Außerdem geht es nicht darum, dass ich hier etwas verkaufen will. Es ist einfach nicht mehr machbar, die Schiedsrichterkosten individuell abzurechnen", Walter verwies mit Temperament auf die problematische Lage, an der die Vereinsvertreter nicht ganz unschuldig seien. Da es schlichtweg immer weniger von Vereinen gemeldete Schiedsrichter gibt, müssen sich Walter und Kollegen aus den Nachbarbezirken gegenseitig aushelfen und dafür weitere Wege berechnen. An einer Erhöhung wären die Vereine der Bezirksklasse Nord-Westpfalz also auch ohne Pauschale nicht herumkommen.

Das Ergebnis der Abstimmung verwundert demnach nicht. Acht Vereine stimmten dafür, drei dagegen und fünf enthielten sich. Die einfache, aber klare Mehrheit für die Pauschale, die ab dem 11. August vor allem eine Erleichterung bei der Verwaltung der Schiedsrichterkosten bringt. Damit war das Reizthema des Abends abgehakt. Ansonsten gab es nicht viel Neues, dafür überwiegend Erfreuliches: Ohne Absteiger aus der Bezirksliga, dafür aber mit drei Neulingen aus den Kreisklassen Kaiserslautern (VfR Kaiserslautern und FC Otterbach) und Donnersberg (TuS Alsenz) geht es in die neue Runde. Hoffentlich so fair wie beim letzten Mal: Da gab es keinen einzigen Spielabbruch, und der TuS Erfenbach holte sich ohne eine einzige Gelb-rote oder Rote Karte die Fair-Play-Wertung.

Auch sonst nur Gutes beim Thema Schiedsrichter: Trotz schlechter Bezahlung und sinkender Bewerberzahlen werden die Unparteiischen, so Walter, neuerdings auch durch Leistungstests gefordert, geschult und schließlich auch gefiltert. Das sollte bei aller Sparsamkeit doch das wichtigste bleiben: Gute Schiedsrichter.

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