Chancenverwertung das große Manko

Bei der zweiten Garnitur Steinbach II/Börrstadt gibt es Luft nach oben.

Im Schatten einer grandiosen Sieger-Elf: Dass der TuS 07 Steinbach, überragender Primus der B-Klasse, eine keineswegs schwache Reserve aufbietet, gerät derzeit oft aus dem Blickfeld. Die SG Steinbach II/Börrstadt dümpelt in den Tiefen der C-Klasse Nord umher – viel zu wenig, findet Betreuer Markus Wick. Das große Manko: die Chancennutzung. Nicht einmal wurde die SG bisher überrannt, stets griff sie nach Punkten. Alleine die Abgebrühtheit vor dem Kasten fehlt.

Fluch oder Segen? Markus Wick hält einen Moment inne. Überlegt. Dann fasst er sich kurz: „Für uns ist das ein riesiger Vorteil“, meint er. Das Dilemma ist offensichtlich. Zweite Mannschaften werden nicht immer ernst genommen. Entweder dienen sie als „Ersatzteillager“ für die Erste, auf der die sportliche Priorität liegt. Oder sie bestehen aus elf „Rumpelkickern“, die sich in der C-Klasse eben die Zeit vertreiben wollen.In Steinbach, betont Wick, sei das überhaupt nicht so. Das zeige alleine der Fakt, dass Erste und Zweite nicht getrennt trainieren, sondern eine homogene Truppe formen. „Wir wollen eine Zweiklassen-Gesellschaft vermeiden und das Niveau anpassen“, erklärt der Betreuer der SG Steinbach II/Börrstadt. „Dass wir Spieler nach oben abgeben müssen, ist weniger der Fall. Wir bekommen eher welche dazu, die uns verstärken und die den Rest der Mannschaft weiterbringen.“

Die „großen“ Steinbacher führen die B-Klasse Nord gerade ziemlich vor. Noch ohne Punktverlust schreiten sie dem Aufstieg entgegen, bereits zur Winterpause könnte der Titelkampf entschieden sein. Ihre Reserve-Elf steht in der C-Klasse Nord auf Platz neun, in der Kellergruppe. Natürlich, sagt Wick, sei die Kontinuität ein kleines Problem. Den Stamm von etwa acht Spielern müsse er ständig auffüllen. Der eigentliche Lapsus liege aber wo ganz anders. „Ich habe von uns noch kein Spiel gesehen, in dem wir nicht die Möglichkeit hatten zu gewinnen. Mit unserem Potenzial dürfte nur eine Hand voll Gegner uns schlagen“, glaubt Wick.

Trotzdem hat seine Mannschaft vier von sechs Spielen verloren. Weil es die Chancen nicht mache. Zwei Beispiel führt der 36-jährige Betreuer, ursprünglich aus Pirmasens, an. Erstens das 3:5 beim Zweiten TuS Ramsen vor wenigen Wochen. „Als wir uns gefunden hatten, waren wir ebenbürtig. Da hätten wir auch einen Punkt klauen können“, ist sich Wick sicher. Zweitens, viel schmerzlicher, das 1:2 gegen den SV Niedermoschel am Sonntag. Latte, Pfosten, Chancen noch und nöcher – der SG fehlte vor dem Tor die kalte Schnauze. Sie hat keinen schwachen Angriff. Gemessen an dem aber viel zu wenig Treffer. „Eigentlich war es lächerlich, dieses Spiel zu verlieren“, resümiert Wick genervt.

„So langsam ist das auch deprimierend. Wenn wir unsere Gelegenheiten machen, stehen wir zwischen Platz fünf und acht, vielleicht sogar noch besser“, denkt der Börrstadter. Klar, dass heute (16 Uhr) der dritte Saisonsieg ein Muss ist. Bei Schlusslicht SV Dielkirchen. Der steht nur zwei Punkte hinter Steinbach/Börrstadt. Wick ist felsenfest überzeugt: „Die drei Punkte holen wir.“ Vorausgesetzt, seine Mannschaft nutzt ihre Chancen.

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