1. Mannschaft TuS 1907 Steinbach gegen TSV Dörnbach

Bericht zur aktuellen Saison 15/16

Ergebnis:  3 : 0

Halbzeit ( 1:0 )

Bernhardt – Bernhardt – Bernhardt „Holla, die Waldfee“

A-Klasse-Knüller zwischen Steinbach und Dörnbach

 TuS Steinbach entpuppt sich als bärenstarker A-Klasse-Aufsteiger und besiegt den TSV Dörnbach mit 3:0

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Das war blass, das war träge und wachsweich! „Maßlos enttäuschend“, meckerte Valon Lukaj, Trainer des TSV Dörnbach, bedient. Der Titelkandidat der A-Klasse bekam seine erste Abreibung verpasst, nach unterirdischer Darbietung: Er ging beim starken Aufsteiger TuS 07 Steinbach chancenlos 0:3 (0:1) unter – und kann mit dem „milden“ Ergebnis noch zufrieden sein. Dörnbachs Schrecken trug den Namen Kevin Bernhardt. Der Top-Stürmer schoss seine Saisontore acht, neun und zehn.

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Unbekannt ist, ob er auch das Tanzbein schwingen kann. Leichtfüßig, elegant. Kevin Bernhardt sollte es aber mal versuchen. Er hätte gute Erfolgschancen. Bestimmt. „Ich hab’ gesehen, dass keiner mitläuft. Gegen drei Mann muss ich dann eben ins Dribbling“, sollte der kantige Torjäger später, schulterzuckend am verdienten Weizen nippend, erklären. Als wäre sein Solo nichts gewesen! „Wie groß seine Klasse ist? Spielentscheidend“, lobte Timothy Hanauer, Steinbachs Coach. Eine Szene zum Zungenschnalzen, nach genau einer Stunde: Den Steilpass ließ Bernhardt clever passieren, trat wuchtig an. Was kam – brasilianisch, lässig, dreist. Die Tor-Maschine zog zwei Haken, zauberte einen Übersteiger auf den Rasen, eine ganze Abwehrkette lief ins Nichts. Tor, flach ins Netz (60.). Düpiert. „Es waren nur lange Bälle auf ihn, immer das gleiche“, wusste Dörnbachs Trainer Valon Lukaj exakt, wie der Aufsteiger seinen Goalgetter inszenierte.Bitter nur, dass er nicht zu bremsen war. 2:0 für den TuS 07 Steinbach. Und es sollte nicht alles gewesen sein. Hanauers Eleven – offiziell ja Außenseiter – zerlegten ihren Rivalen. Der TSV, als Mitfavorit auf die Schale gehandelt, bot eine saftlose, eine magere Leistung. 5:0, vielleicht auch 6:0 hätten die 07er ihn abschießen können. Es war möglich. „Wir haben keine Zweikämpfe angenommen. Wir haben hinten die Bälle verloren. Wir hatten keine Anspannung. In allen Bereichen haben wir was falsch gemacht. Desolat!“, fällte Lukaj ein vernichtendes Urteil über den eigenen Auftritt. Er zeigte Rückgrat und gab das Versagen ungeniert zu. Schließlich forderte er im Vorfeld auch den Dreier. Und zwar nichts als den. Stattdessen veredelte Bernhardt gar zum 3:0 (89.), Artur Altergott hatte klasse herein gepasst. Der TuS agierte nicht wie ein Aufsteiger. Er machte Dampf wie einer, der noch mal Meister werden will. Wie einer, der das Zeug dazu hat. „Wir hatten heute eine überragende Defensive. Das begann vorne. Anlaufen, Pressing. Was nicht geklappt hat, war, dass zu oft der zweite Ball weg war“, krümelte Hanauer Kleinigkeiten hervor. Ein Bernhardt-Schuss auf der Linie geblockt (67.), ein aufmerksamer TSV-Torhüter Rayk Lehmann (71.), eine seltene Nachlässigkeit Bernhardts (86.), der lapidar am Pfosten vorbei spitzelte. Das Fiasko, eine deftige Klatsche, war nahe.

Die 88. Minute, ein „historischer“ Moment des angekündigten Spitzen-Derbys der A-Klasse: Hakan Akten – brillanter, aber gestern unauffälliger Regisseur des TSV – lief an zum Freistoß. Seine Delikatesse. Zügig zischte die Kugel gen Winkel, Lukas Schmidt legte einen Show-Flug ein. Fast 90 Minuten war er kalt gewesen. Es war Dörnbachs erster, am Ende einziger Schuss auf Schmidts Kasten. Der Ausfall von Lukajs spritziger, pfeilschneller Spitze Stefan Linck, er wog schwer. Dazu wurde Michael Morlock nach seiner Roten im Pokal vier Wochen gesperrt. Vorne fehlt der Antrieb. „Wir mussten mit dem Läuferischen dagegenhalten. Dörnbach hat ja einen guten Blick für den Ball, wir keine Erfahrung“, beschrieb Hanauer das Rezept des TuS, den TSV in Grund und Boden zu rennen. So schaffte er sich Raum, so kreierte er Chancen. „Wir sind einfach ein Team. Da läuft jeder für jeden, unser Pensum ist abartig. Ich hab’ von Dörnbach mehr erwartet“, sagte Bernhardt – der, nachdem ihm der Ball vor die Füße fiel, trocken über das Gras das 1:0 markiert hatte (26.). Die Vorentscheidung hätte in Halbzeit eins fallen müssen. Fahrlässig, wie der TuS seine Hochkaräter verschenkte, inkonsequent. Ein einziger Vorwurf...

Valon Lukaj lief angefressen über den Rasen. Direkt nach Abpfiff begnügte er sich mit einem abwinkenden „verdient verloren“, haderte dann aber doch mehr. Viel hatte er sich vorgenommen, drei Punkte als Pflicht ausgegeben. Lukajs System war gestört, schon nach acht Minuten, als Belend Atroshi mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus musste. „Das war gar nichts“, ärgerte sich Lukaj, gab auch zu: „Es hätte höher ausgehen können.“ Ein Tag zum Vergessen für seinen TSV Dörnbach. Der TuS 07 Steinbach hingegen wird sich nicht mehr hinter der Außenseiter-Rolle verstecken können.

So spielten sie

TuS 07 Steinbach: Schmidt - Müller, Becker, Szaszorowski, Altergott - Hanauer (85. Hammel), Dennis Kladnicanin (46. Mergler), Windecker, Schreiber (68. Damir Kladnicanin) - Walther, Bernhardt

TSV Dörnbach: Lehmann - Enkler, Daniel Bäcker, Kappesser, Künstler - Atroshi (10. Antoni/46. Kerth), Lukaj - Resic, Akten, Denis Bäcker - Ayikbaba

Tore: 1:0 Bernhardt (26.), 2:0 Bernhardt (60.), 3:0 Bernhardt (89.)

Gelbe Karten: Walther, Windecker - Enkler

Beste Spieler: Bernhardt, Altergott, Windecker, Walther

Zuschauer: 95
Schiedsrichter: Wittke (Osthofen).

Timothy Hanauer

Timothy Hanauer„Am Sonntag gilt es, Flagge zu zeigen. Für uns ist Dörnbach die erste richtige Hausnummer in der A-Klasse. Der TSV ist absoluter Favorit auf Meisterschaft und Aufstieg, er hat sich mit Qualität verstärkt. Und er ist uns gegenüber in einer Sache weit voraus: der Erfahrung auf dem Platz. Alleine schon, wenn man sieht, wer alles in Dörnbach spielt und in welchen höheren Klassen die schon unterwegs waren. Solche Leute können wir über einzelne Spieler nicht herausnehmen – nur über das Kollektiv. Wenn die ganze Mannschaft gut steht. Natürlich stellt man sich immer etwas auf einen Gegner ein. Aber wir wollen unser aggressives Spiel durchbringen. 26 Tore haben wir bisher gemacht, die Offensive muss laufen. Wir werden in jedem Spiel mindestens ein Tor schießen, auch am Sonntag. Wenn unser Schnitt so bleibt, kann ich nur sagen: Holla, die Waldfee! Und wir haben ja auch erst drei Tore bekommen. Zuhause wollen wir normal jedes Spiel gewinnen, mit einem Punkt wäre ich diesmal aber zufrieden. Was für uns spricht: Kevin Bernhardt hat zwei Spiele nicht getroffen. Gute Chancen, dass er zuschlägt.“

 

Valon Lukaj (TSV Dörnbach)

Valon Lukaj„Speed, Chancen, Schnelligkeit – das wird ein schönes Spiel. Der Aufgabe werden wir uns stellen: Steinbach hat eine Serie, dazu eine gute junge Mannschaft, die die Euphorie mitnimmt. Sie ist vom Aufstieg geprägt. Wir werden auf einen motivierten Gegner treffen, mit einer aggressiven Art. Es kommt darauf an, wer die bessere Tagesform erwischt. Klar ist aber: Wenn wir unsere Top-Form auf den Platz bringen, gehen wir als Sieger vom Feld. Das ist auch unser Ziel, alles andere als drei Punkte zählen nicht. Auf jeden Fall müssen wir eine stabile Ordnung einhalten. Die Steinbacher haben ja eine starke Offensive, schießen im Moment jeden ab – und kriegen dabei auch nicht viele Tore. Wir dürfen dem Gegner keinen Raum zum Kontern geben, dabei natürlich unsere Stärken ausschöpfen. Flügel, Zentrum, von hinten heraus – unser Spiel müssen wir durchziehen. Wenn wir das schaffen, kann uns in der A-Klasse keiner was vormachen. Steinbach macht bisher einen hervorragenden Job, hatte aber auch noch nicht die riesigen Gegner. Egal, wie sich der TuS aufstellt – wir wollen die drei Punkte.“

Hanauer     Lukaj
Tipp     Tipp
3:1 Steinbach Dörnbach 0:2
4:0 Morlautern II Otterberg 3:1
3:2 Erfenbach Bolanden 2:1
3:0 Otterbach Alsenborn 4:0
1:1 Mehlingen Erlenbach 2:0
2:1 Katzweiler Gauersheim 2:1
2:2 TSG KL II Enkenbach 0:2
2:1 Rockenhausen VfR KL II 3:0

Spitzenspiel am Sonntag gegen Dörnbach

Beim Tipp, für den fünften Spieltag, lagen beide Trainer bei den restlichen Spielen gleich auf. Timothy Hanauer entschied das Tippspiel für sich, durch den Sieg seiner eigenen Mannschaft.

Nach einem furiosen Start in der A-Klasse empfängt die junge Aufsteigertruppe des TuS 07 am Sonntag (15:00 Uhr) den Meisterschaftsaspiranten TSV Dörnbach.

Mit diesem starken Gegner wird in Steinbach der erste richtige Prüfstein in der noch jungen Saison erwartet. Völlig überraschend verlief der Saisonstart. Nach vier Kantersiegen und 26 erziellten Toren ist der TuS Steinbach alleiniger Tabellenführer der A-Klasse Nord.

Dabei dürfte der TuS eins der jüngsten Teams der Klasse sein. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren fehlt es der Truppe noch reichlich an Erfahrung. Insgesamt spielten 12 Spieler des Kaders noch vor zwei Jahren in der A-Jugend, acht Spieler davon in der A-Jugend des TuS Steinbach. Da ist die Freude über die Entwicklung der jungen Spieler groß. Trainer Timothy Hanauer macht in Sachen "weiterbildende Jugendarbeit" einen tollen Job.

Technisch und vor allem taktisch hat der Coach die Jungen sichtbar weitergebracht.
Jetzt darf man gespannt sein, wie sich die Mannschaft gegen Teams mit erfahrenen Haudegen in ihren Reihen behaupten wird. Spielern die sich nicht so weiteres von den jungen Hüpfern auf der Nase rumtanzen lassen wollen.
In das Spiel am kommenden Sonntag können die Gastgeber ohne Druck gehen. Die Gäste aus Dörnbach müssen schon etwas zählbares aus Steinbach mitnehmen um den Kontakt zur Spitze nicht zu verlieren. Die Zuschauer dürfen sich jedenfalls auf eine interessante Partie freuen.

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