1. Mannschaft TuS Bolanden gegen TuS 1907 Steinbach

Bericht zur aktuellen Saison 15/16

Ergebnis: 1 : 5

Halbzeit ( 1:3 )

TuS 07er feiern in der A-Klasse einen deutlichen 5:1-Auswärtserfolg beim TuS Bolanden
Platzherren noch gut bedient.

TuS Steinbach behält weiße Weste und dominiert das Duell der Aufsteiger

Im Kräftemessen der beiden Aufsteiger behielt Tabellenführer Steinbach die Oberhand und gewann hochverdient
in Bolanden. 

bolanden steinbach 15 16
Der Bolander Martin Ruppert (links) und sein Team hatten gegen die Steinbacher und Dennis Windecker (rechts) im Spiel der beiden Neulinge keine Chance.

Das war noch gnädig und gefällig. „Gut bedient“, bilanzierte auch Christian Bauer, Fußball-Spielertrainer des TuS Bolanden. Der Rivale TuS 07 Steinbach feierte gestern den Derbysieg: Das Duell der beiden A-Klasse-Aufsteiger gewann die Hanauer-Elf, die somit weiter ohne Punktverlust Spitzenreiter ist, souverän und hochverdient mit 5:1 (2:1). Der Steinbacher Top-Torjäger Kevin Bernhardt verhinderte, dass die Partie für Bolanden im Riesen-Debakel endete: Sechsmal verlor er frei vor der gegnerischen Bude die Nerven. TuS-Keeper Michael Hahn zog die Handschuhe aus und stapfte über den Kunstrasen. Verlassen, wie auch während der 90 Minuten zuvor. Sein Kopf hing, er haderte. Verständlich. Fünfmal hatte er das Leder aus dem Netz holen müssen. Langsam schritt er dann doch rüber zur Team-Ansprache. Hahn, Torwart des TuS Bolanden, war der bei weitem stärkste Spieler seiner Mannschaft. Und das sagt bei einem 1:5 alles. Blendend reagierte er auf der Linie. Nicht weniger als sieben klasse Paraden zeigte er. „Das bringt ja aber alles nichts“, mäkelte Hahn nach Abpfiff und schob nach: „Ich hab' ja trotzdem fünf bekommen.“ Er bewahrte Bolanden vor einem Fiasko. Das Aufsteiger-Derby gestern gegen den TuS 07 Steinbach, es hätte böse ausgehen können. „Absolut verdient ist das Ergebnis. Wir haben das Tempo nicht aufnehmen können“, sah Bolandens Spielertrainer Christian Bauer seine Truppe chancenlos.Hahn war ein Grund, dass es letztlich für die Platzherren „nur“ 1:5 hieß. Der andere war Goalgetter Kevin Bernhardt, vor dem Tor die personifizierte Kälte. Eigentlich. Gegen Bolanden hatte er viel Ladehemmung, wurde zum Chancentod. Seine Hinterleute kombinierten toll, spielten den blonden Recken in der Spitze stark frei. Ganze fünf Male stand er unbewacht vor Hahn, musste nur ins Eck schieben – das, was er normal blind kann. Viermal war Bolandens Keeper auf dem Posten (49., 50., 62., 71.), einmal verzog Bernhardt (26.). Untypisch. Für ihn die „Krönung“: Als er Hahn umkurvte, stand er vor dem sperrangelweit offenen Kasten – und schoss drüber (60.). „Er hatte nicht seinen besten Tag. Wir haben viel zu viele Chancen vergeben, waren nicht konsequent. Aber er hat trotzdem zwei Tore gemacht und ist gelaufen“, hob Steinbach-Kapitän Sebastian Walther den Doppelpack des Stürmers, den die Bolander im ersten Durchgang gut im Griff hatten, hervor. Ein halbes Dutzend hätte Bernhardt versenken können, zwei machte er: An der Mauer vorbei ins Eck hämmerte er einen satten 17-Meter-Freistoß zum 3:1 (57.). Später staubte er noch zum 4:1 ab (78.), ehe Spielführer Walther selbst das Tor des Tages erzielte. Nicht angegriffen, schlenzte er die Kugel aus etwa 20 Metern mit links haargenau in den Winkel (80.). Traumhaft. Hahn klebte machtlos auf der Linie. „Es war noch nicht mal der letzte Pass, der gefehlt hat, sondern nur der letzte Ball“, beschrieb Timothy Hanauer, Coach der 07er, und lobte seinen überlegenen TuS: „Wir haben gut verteidigt. Alle elf Akteure haben stets hart gearbeitet. Bolanden besitzt ungefähr die gleiche Qualität wie wir, hat nur ein anderes System.“

Was Bauers TuS anfangs bot, hatte dabei fast eine halbe Stunde Hand und Fuß. Kompakt stand er, gut gestaffelt. Nach vorne bot er, wie angekündigt, viel Brechstange und rustikale Schläge. Hinten aber war dicht. Bis Nico Hammel nach einem Konter trocken ins kurze Eck donnerte (29.). Vorausgegangen war ein fahrlässig vertändelter Standard der Bolander – nicht der einzige gestern. Nach und nach verlor die Bauer-Elf die Ordnung, stand unsortiert. Wieder Hammel knallte den Ball mit der Pike unter das Gebälk – 2:0 (38.) für Steinbach.

Christoph Ruppert entzündete zwar den Funken Hoffnung, als er die erste TuS-Chance zum 1:2 machte (43.). Hälfte zwei jedoch wurde zur harten Probe für Torhüter Hahn. „Wir mussten die Vierer-Kette auflösen, Steinbach hat schnell in die Schnittstellen gespielt“, begründete Bauer das hohe Chancenplus des Tabellenführers. Walther betonte: „Wir waren unterlegen.“

So spielten Sie:

TuS Bolanden:
Hahn – Blachetzki, Bauer, Thorsten Ruppert, Cusminus (61. König) – Andreas Ruppert (69. Rau), Martin Klag – Schäfer (58. Kaminski), Christoph Ruppert, Baab – Martin Ruppert.

TuS 07 Steinbach:
Schmidt – Hanauer, Szaszorowski, Windecker, Müller – Orthen, Walther – Mergler (71. Dennis Kladnicanin), Hammel (69. Schreiber), Altergott (82. Becker) – Bernhardt.

Tore:
0:1 Hammel (29.), 0:2 Hammel (38.), 1:2 Christoph Ruppert (43.), 1:3 Bernhardt (50.), 1:4 Bernhardt (78.), 1:5 Walther (80.).

Gelbe Karten:
Andreas Ruppert, Martin Ruppert.

Beste Spieler:
Hahn – Hammel, Walther.

Zuschauer: 130.

Schiedsrichter: Brand (Ludwigshafen).

 Aufsteigerduell in der A-Klasse am Sonntag , 15 Uhr , in Bolanden

"Lange Bälle sind ein Mittel“

 Christian Bauer (TuS Bolanden):

„Ich denke, dass wir vom letzten Heimspiel gegen Steinbach (2:7) lernen können. Wir dürfen nicht mehr so offen agieren, müssen hinten konzentriert stehen. Unsere Taktik wird defensiv ausgerichtet sein. Das heißt: Nach vorne werden wir nur sporadisch Akzente setzen. Wir haben ja zwei körperlich ganz gut gebaute Stürmer, lange Bälle werden da ein Mittel sein. Denn Steinbach überzeugt mit einer richtig guten Truppe – nicht nur mit einem Kevin Bernhardt. Dennoch wird ihn von uns keiner allein ausschalten können. Da ist dann doch die komplette Mannschaft gefragt. Bernhardt hat einen tollen Tor-Riecher. Wir müssen ihn eben dort, wo er ist, aggressiv angehen. Beim 1:1 in Steinbach hat das gut geklappt. Für uns ist es da ja gelaufen: Wir haben die frühe Führung erzielt, für den TuS ging es fast um nichts mehr. Aber man hat gesehen, dass wir mithalten, an einem guten Tag Paroli bieten können. Durch einen Standard haben wir damals das Tor geschossen. Darüber müssen wir auch dieses Mal zum Erfolg kommen. Es wird schwierig. Von den letzten 37 Liga-Spielen hat Steinbach nur eins verloren. Der TuS fängt wenige Gegentore und steht hinten kompakt.

“Timothy Hanauer (TuS Steinbach):

„Klar, wir sind momentan in der Tabelle fünf Punkte vorne, das hört sich nach viel an. Es sind aber auch erst sieben Spieltage absolviert, 23 kommen noch – und mit Morlautern II haben wir die unangenehmste Mannschaft im Rücken. Faxen Sie mir ein Blatt Papier mit einem Unentschieden in Bolanden zu, das unterschreibe ich sofort. Das wird brutal schwer und verdammt hart. Weil wir einen hohen Aufwand betreiben und viel investieren müssen. Der TuS würde noch besser stehen, hätte er am Wochenende das 2:2 gegen Gauersheim nicht gehabt. Dann wäre er jetzt Dritter, Vierter. Mit Christian Bauers Methode, Fußball zu spielen, hat Bolanden Erfolg: Da kommen sehr gute lange Bälle nach vorne auf die wuchtigen Zwillinge, deren Ballverarbeitung ist Bolandens große Stärke. Wir müssen denen unser Spiel aufdrücken – dann haben wir mehr Ballbesitz. Läuferisch sind wir einen Tick weiter. Je länger das Spiel dauert, desto mehr liegt der Vorteil bei uns. Zweimal haben wir uns gegen Bolanden schwer getan: Das 7:2 dort war nicht so deutlich, wie es aussah. Mit dem 1:1 bei uns waren wir gut bedient. Ich glaube aber, der große Kunstrasen tut uns ganz gut.“

Hanauer     Bauer
Tipp     Tipp
1:1 TuS Bolanden TuS Steinbach 2:2
1:2 SV Alsenborn SV Katzweiler 1:2
1:3 FC Erlenbach FC Otterbach 1:3
1:1 Mehlingen Rockenhausen 0:2
2:1 Otterberg Erfenbach 1:0
1:1 Enkenbach Gauersheim 2:2
2:2 Dörnbach Morlautern II 2:2
1:1 VFR Kaiserslautern TSG Kaiserslautern 1:1

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