1. Mannschaft TSV Dörnbach gegen TuS 1907 Steinbach

Bericht zur aktuellen Saison 15/16

Ergebnis: 0 : 1

Halbzeit ( 0:0 )

 „Da haben wir was gutzumachen“

TSV Dörnbach möchte Primus Steinbach keine Geschenke machen.

 Valon Lukaj (TSV Dörnbach)

„Ich muss echt gestehen: Wir gucken nicht auf den zweiten Platz! Dafür hab’ ich im Moment ganz andere Sorgen, mit Ausfällen und, und, und. Außerdem weiß der TSV auch nicht, wer im Sommer alles bleibt, da gab und gibt es intern viel Redebedarf. Man hört es vielleicht an meiner Stimme, ich hab’ schon motivierter geredet. Doch wir konnten kaum trainieren, viele Gespräche waren notwendig, ob der ein oder andere noch ein Jahr dranhängt. Musste sein. Ich höre auf im Sommer, das ist beschlossen – beide Seiten brauchen was Neues. Aber ich habe mir zum Ziel gesetzt, so gut, wie es geht, weiter zu punkten und die Siegermentalität zu bringen. Steinbach wird fitter sein, frischer. Nach dem Hinspiel (0:3, die Redaktion) hatte ich ja direkt gesagt, dass wir in allen Belangen versagt haben. Da haben wir was gutzumachen, wir werden dem TuS nichts schenken. Was hier nach der Saison passiert, interessiert mich bis auf Weiteres nicht. Wir wollen unsere Gegner nur so gut es geht bearbeiten, 90 Minuten Gas geben. Bei einigen meiner Spieler spüre ich auch, dass sie nach oben wollen. Natürlich wäre es schön, jetzt zu gewinnen…“

Timothy Hanauer (TuS Steinbach)

„Nach dem Winter sieht es bei uns bescheiden aus. Wir sind nicht im gewohnten Rhythmus, am Wochenende haben wir gegen Katzweiler glücklich gewonnen. Ja, mehr als glücklich – wenn der Gegner drei Elfer verballert. In das Derby können wir druckfrei reingehen, im Vergleich zu Dörnbach. Die müssen offensiv ausgerichtet sein, wenn sie noch irgendwie aufsteigen wollen. Eine komplette Offensivreihe mit Spielern wie Linck, Akten, Morlock oder Bäcker spricht klar für sich. Für die Klasse ist das einfach nur überragend. Das wird das Hauptthema sein, mit dem wir uns beschäftigen müssen. In Steinbach hatte das gut geklappt: Vielleicht wussten die Dörnbacher auch nicht richtig, was auf sie zukommt, außerdem war Stefan Linck nicht dabei. Jetzt gibt es ein ganz anderes Spiel, ein richtig hartes für uns. In der Vorrunde wusste die Klasse eben nicht, was wir können. Unsere Gegner stehen jetzt ganz anders. Es ist doch vollkommen o.k., wenn eine junge Truppe, wie wir sie haben, mal in ein kleines Loch fällt. An der Spitze wird es auch sicher nochmal einen Positionswechsel geben. Aber es dauert, bis die Meisterschaft entschieden ist.“

Trainer Tipp`s
Lukaj                       Hanauer
2:1 Dörnbach -         Steinbach          2:3
0:2 VfR Kaisersl. II - Rockenhausen   2:1
1:4 Alsenborn -        Otterbach           0:2
2:1 Otterberg -         Morlautern II      1:0
2:1 Erlenbach -         Mehlingen          2:1
2:0 Gauersheim -      Katzweiler         0:4
3:1 Bolanden -          Erfenbach         1:0
3:0 Enkenbach -        TSG Kaisersl. II 2:1

Artur Altergotts Tor Gold wert

TuS Steinbach erkämpft sich drei Punkte beim 0:1 in Dörnbach

Artur Altergott schraubte sich hoch. Kopfstoß, Tor – „Lucky Punch“. 86. Minute. Altergotts „goldener Treffer“ sicherte dem TuS 07 Steinbach die Spitze der A-Klasse. Und er zerstörte die Relegationsträume des Derby-Rivalen: Eine von Matsch und Holperpässen dominierte Rasenschlacht beim TSV Dörnbach entschied der Favorit mit 1:0 (0:0) für sich. Dreckige drei Punkte, mit Glück erzwungen. Der leicht aktivere TSV hatte ein Remis mehr als verdient.

Stefan Lincks letzte Meter waren beinahe symbolisch. Ein Akt des Anstands, der sportlichen Größe. Er schlich alleine über den verlassenen Rasen aufs Tor zu. Rayk Lehmann, Schlussmann eines mutigen TSV, kauerte dort zusammengefaltet im Morast, schlaff an den Pfosten gelehnt. Die Handschuhe in den Händen hingen so trist herab wie sein Kopf, er schaute geknickt zu Boden. „Solche Fehler passieren und werden eben von so einer Mannschaft bestraft. Letzte Woche hat er uns dafür die drei Punkte gerettet“, nahm Linck, Dörnbachs drahtiger Angreifer, Lehmann in Schutz. „Durch so ein Ding ist die Niederlage natürlich bitter“, bemerkte TSV-Trainer Valon Lukaj trocken. Linck, der sich mit dem FV Rockenhausen bereits einig über einen Sommertransfer ist, päppelte den Kameraden auf. Lehmann saß im Schlamm, längst war da schon abgepfiffen.85 Minuten hatte er sicher, routiniert, abgezockt pariert. Kein Ball versprang, die Arme packten zu. Bis der lange Schlag aus dem Halbfeld ein Vollspannschuss, auf ihn zusegelte: Lehmann spurtete aus dem Kasten, hechtete – und faustete vorbei. Artur Altergott köpfte ein. 0:1 (86.). „Ich hab’ gewusst, wie der Ball kommt, und einfach den Kopf hingehalten“, meinte der laufstarke Stürmer, vorher am Innenpfosten gescheitert (34.), im eisigen Wind. Vielleicht war es sein wichtigstes Tor im TuS-Trikot. Es brachte den Dreier, hielt Otterbach auf Distanz, schmiss den TSV, derzeit ohnehin mit anderen Sorgen und Personalfragen kämpfend, aus dem Lostopf um die Relegation. Einzige jetzt offene Frage ist, ob die 07er oder die Phönixe Meister werden. „Bis der Ball ankommt, hätte ihn jemand klären können“, meckerte Lukaj, 90 Minuten auf der Bank, über das späte Gegentor. „Der Sieg ist unverdient. Da hätte ich von Steinbach mehr erwartet. Dass wir Druck kriegen…“

Das technische Niveau passte sich dem zerfurchten, kaum bespielbaren Rasen an. Holprig, dreckig, rutschig. Ein Duell zweier A-Klasse-Spitzenklubs muss dennoch mehr können! Steinbachs Konterstärke kam überhaupt nicht zur Entfaltung, der TuS verzettelte sich dauernd in der Vorwärtsbewegung. Ungewohnt. Kevin Bernhardt, der treffsichere, instinktiv handelnde Sturmtank, setzte keinen Stich. Er wurde Opfer des Platzes. Weil er auch eine fatale Schuhwahl traf und das tiefe, weiche Geläuf mit Nocken statt Stollen beackerte. Nicht selten flitzte er im Tiefflug über die Grasnarbe, landete in der zähen Masse. „Er hat sich damit selbst rausgenommen“, musste Coach Timothy Hanauer Bernhardt belächeln. Hanauer selbst vergab eine der größten Chancen, sein Kopfball donnerte Ruben Jahn per Fallrückzieher von der Linie (28.) „Wir müssen auf den Platz, brauchen noch Trainingseinheiten. Gut war unser Aufwand. Wir hatten das Quäntchen Glück“, bilanzierte der Trainer die unansehnliche, aber effiziente Leistung.

Dem TSV fehlte auch der eine Garant mit der genialen Zündung im richtigen Moment. Hakan Akten gilt als solcher. Das Derby gestern lief aber am Regisseur vorbei. Akten, Zauberfuß und Schlitzohr, blieb ein blasser Punkt im TSV-Zentrum, ganz zahm und mit zu vielen Fehlpässen. Während Linck vorne malochte. Keine Spur davon, dass er trotz Wechsel die Rolle in Dörnbach vernachlässigt. Aus der Drehung knallte er an die Latte (30.). Kurz später setzte auch Michael Morlock die Kugel ans Gebälk (37.). „Wir haben es nie sauber fertig gespielt“, trauerte Linck dem vergeigten Punkt hinterher. Eine leichte Dominanz in Abschnitt zwei konnte der Außenseiter nicht in Tore verwandeln. Der Haken, warum er keine Punkte einstrich.

doernbach steinbach 15 16

So spielten sie

TSV Dörnbach: Lehmann – Künstler, Enkler (53. Kappesser), Daniel Bäcker, Jahn (82. Kaplan) – Ayikbaba, Akten, Resic, Kerth – Morlock (68. Willenbacher), Linck

TuS 07 Steinbach: Schmidt – Damir Kladnicanin (75. Müller), Szaszorowski, Becker, Windecker – Hanauer (77. Hammel), Orthen, Walther, Dennis Kladnicanin (57. Klingkowski) – Altergott, Bernhardt

Tor: 0:1 Altergott (86.)

Gelbe Karten: Willenbacher, Resic – Becker, Damir Kladnicanin, Müller

Bester Spieler: Jahn

Zuschauer: 75
Schiedsrichter: Dücker (Worms).

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