„Unsere Kabinen sind Bundesliga-reif und Dieters Schnitzel ein Traum“

Gernot Breitenbruch über den TuS Steinbach, eine Fußballmannschaft Marke Eigenbau, treue Rasenpfleger, Theater und besondere Sportheimpächter

In der Kolumne Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen engagieren. Heute: Gernot Breitenbruch (50). Der Verwaltungsfachangestellte bei der Kreisverwaltung in Kirchheimbolanden, verheiratet, zwei Kinder, ist Vorsitzender des 350 Mitglieder zählenden TuS Steinbach, dem Verein des Jahres 2016 des Donnersbergkreises.

Wie kamen Sie in dieses Amt?

Ich wohne ja direkt am Sportplatz, mein Bruder unten, ich oben. Ich habe ja auch selbst gespielt, auch höherklassig bis zur Verbandsliga, unter anderem in Alsenborn unter Trainer Lorenz Horr – für mich ein prägendes Idol, ähnlich wie Bernhard Oberle in Grünstadt – ehe ich zum TuS zurückkam. Mich hat es schon immer gereizt, Weichen zu stellen. Seit 25, 30 Jahren bin ich in der Theatergruppe unseres Vereins und auf der Schiene in den Vorstand gekommen. Ich war Zweiter Vorsitzender, seit Februar bin ich Erster Vorsitzender.

Was gibt’ beim TuS außer Fußball?

Frauenturnen, Kinderturnen. Männerballett, seit kurzem auch ein Frauenballett, die Bella Vistas und die River Stones, so wie Steinbach eben, Boule, Theater und die Kegelbahn, die aber nicht mehr so sehr gefragt ist.

Euer Theater hat große Tradition.

Ja, das ist eine Riesensache. Jede Veranstaltung im Frühjahr – eine Woche lang – ist ausverkauft. Da kommen insgesamt 1000 bis 1100 Leute. Der Reinerlös geht zu 100 Prozent an den Verein. Auf der Bühne stehen meist fünf Männer und fünf Frauen, Manfred Lehrmoser managt das Ganze. Ich habe ja selbst bis vor zwei Jahren mitgespielt. Der Applaus ist schon geil. Aber jetzt fehlt mir wegen des Amtes die Zeit fürs Theaterspielen.

Die Mitarbeit im Verein funktioniert? Bei der Sportlerehrung des Donnersbergkreises in Winnweiler, von der RHEINPFALZ erstmals mitveranstaltet, habt Ihr ja die Gastronomie übernommen und viel Lob geerntet.

Ja, es funktioniert. Die Fußballer haben das prima gemacht. Es war ein toller Abend. Die Auszeichnung macht uns stolz, wir werden jetzt auch im Donnersberg-Jahrbuch vorgestellt. Mit Manfred Opp, der sich um den sportlichen Betrieb kümmert, und Kassier Markus Buhl-Bohlander habe ich sehr gute Unterstützung für diese Riesenaufgabe. Da ist aber auch Peter Wörner, der gar nicht Mitglied bei uns ist, aber jeden Tag da ist und mit Heinz-Werner Hoßbach die Rasenpflege macht. Ehrenamtlich, ohne einen Cent zu nehmen. Ja, der Verein lebt. So viele packen an.

Die Fußballer sind das Aushängeschild – oder?

Die Fußballer und die Theatergruppe sind unsere Aushängeschilder. Die Fußballer sind zweimal hintereinander aufgestiegen und sind jetzt in der Bezirksliga wieder vorne dabei, sind momentan Dritter. Wir stoßen jetzt auch an Grenzen, weil wir nur Benzingeld zahlen. Mäzene unterstützen die Mannschaft aber auch. Wir haben im Schnitt 100, 120 Zuschauer, zuletzt in Bedesbach waren wir mit zwei Bussen. Timothy Hanauer macht das als Trainer hervorragend. Unsere Jugendarbeit zahlt sich jetzt aus: Vor zwei Jahren kam die komplette Landesliga-A-Jugend nach oben und bildet jetzt den Stamm der ersten und der zweiten Mannschaft. Das schafft Identifikation im Dorf. Jetzt haben wir Jugend-Spielgemeinschaften. Alleine reicht es leider nicht mehr.

Ein schmuckes Sportheim, daneben die Halle mit Bühne – schön ...

Unsere Pächter – ein Glücksfall! Seit 21 Jahren sind Angela Sberna und Dieter Haardt da. Wo gibt es sowas sonst noch? Und hier isst man gut, das wissen auch viele Wanderer. Dieters Schnitzel – ein Traum!

Der Rasenplatz mit Donnersberg-Blick, ein Idyll, das aber auch kostet.

Ja, das Rasen ist neu. Wir investieren jedes Jahr 7000 Euro in den Platz. Wir haben, natürlich auch mit Zuschüssen, neue Kabinen geschaffen. Mit einer Sauna! Die Kabinen sind Bundesliga-reif. Jetzt kommen neue Fenster und Türen. Wenn wir das geschafft haben, sind wir up to date.

Das kostet aber auch viel Geld.

Wir versuchen durch unsere Veranstaltungen Geld in die Kasse zu bekommen. Die Theatergruppe hilft sehr. Die Photovoltaikanlage ist ein Segen und bringt Einnahmen, dann haben wir unser Schlachtfest und beteiligen uns mit allen anderen örtlichen Vereinen an der Kerwe. Wir probieren so, den Laden am Laufen zu halten.

Interview: Horst Konzok

 Breitenbruch Konzok