Theater 1994

„Mit Küchenbenutzung“

Heitere Turbulenzen um unverhoffte Mieter.

„Mit Küchenbenutzung“ kommt an: Publikum belohnt Laienschauspieler des TuS Steinbach mit stehende Ovationen.

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 Das dreiaktige Lustspiel „Mit Küchenbenutzung“ von  Roswitha und Norbert Bohlander mit der Theatergruppe des Turn und Sportvereins in „Schtaanbacher Mundart“ in Szene gesetzt, brachte den Veranstaltern zweimal ein volles Haus, dem Publikum zweieinhalbe Stunden vergnügliche Unterhaltung und den Darstellern – von Veronika Breitenbruch und Ute Hessheimer stilgerecht frisiert und geschminkt - „stehende Ovationen“.

Die Geschichte um ein Zimmer „mit Küchenbenutzung“ spielt in einer Zeit, als überzählige Zimmer einer Familie von Amts wegen einfach requiriert und Wohnungssuchende dort eingewiesen werden konnte. Solches widerfährt auch dem cholerischen Pferdeschlachter Max Piening, der vom „Alten Wilhelm“ träumt und ständig seine „ruhige Natur“ bedauert, und dessen Rolle (Wolfgang Bauer) mit prallem Leben füllte.

Obwohl schon Tochter Moni mit Ehemann Erich Brendel mit in der elterlichen Wohnung leben, wird ihm vom Wohnungsamt in ein freigewordene Zimmer ein Ehepaar zugewiesen. Mutter Dora, mit Wellenstrümpfen, Haaren auf den Zähnen und Karottenkopf, muss sich fortan ihre Küche mit der zänkischen Untermietern Ella Senkpiel teilen. Die beiden Kontrahenten um Herd und Tisch ziehen dann auch alle Register weiblicher Boshaftigkeit, und es kommt immer wieder zu turbulenten Szenen.

So sehr sich auch die zwei sanften Pieningtöchter um Schlichtung bemühen, können sie handgreifliche Auseinandersetzungen doch nicht verhindern, zumal Dora ihrem Schwiegersohn Erich eh schon die verzehrten Kartoffeln nachzählt und Uschis heimlicher Verlobter Walter Wendland just immer bei jener Behörde oder Einrichtung ist, mit der Vater Max gerade im Clinch liegt.

Erst Oma Meier, der Großmutter von Walter, gelingt es, die anstehende „Entscheidungsschlacht“ zwischen Dora und Ella zu verhindern und sie zu einem versöhnlichen Händedruck zu bewegen. Bis dahin kommt es allerdings noch zu mannigfaltigen Komplikationen und (Jutta Neumayer) als Dora und (Martina Partenheimer) als Ella mit dem entnervten Organ können alle Register ihrer komödiantischen Begabung ziehen und unter häufigem Szenenapplaus ganz in ihren Rollen aufgehen.

Bis aber Uschi und ihr schüchterner Walter (von Elli Bauer und Gerald Heeger überzeugend dargestellt) richtig Verlobung feiern dürfen, sind noch manche Fehden auszutragen, Begegnungen mit Ellas diversen Haustieren zu überstehen, gesundheitliche Schädigungen verschiedener Art zu überleben, und Max hat zum wiederholten Mal Gelegenheit, seine „ruhige Nartur“ zu verfluchen und nach seinem Schlachtmesser zu verlangen. Oma Meier, von (Astrid Hoßbach) mit der Autorität des Alters verkörpert, hat gerade ihrem Enkel zwei Häuser überschriebe, und so haben auch Moni, von (Marita Bauer) liebenswert dargestellt, und ihr Mann Erich Brendel, dem (Stefen Müller) sympathische Züge verleiht, endlich Aussicht auf eine eigene Wohnung. Erichs Tankwartkollege und Skatbruder „Schorschi“ Senkpiel. Dessen Wandlung vom Ja-sagenden Ehetrottel zum energischen Herrn im Haus von (Heinz- Werner Hoßbach) überzeugend gemimt wurde, und seine Ella werden durch Erbschaften ebenfalls zu Hausbesitzern, und so steht einem Happy-end nichts mehr im Wege.

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Aufführung: 16./17./  April 1994

Darsteller:

Marita Bauer  
Martina Partenheimer  
Elli Bauer  
Wolfgang Bauer  
Gerald Heeger  
Stefan Müller  
Jutta Neumeyer  
Heinz-Werner Hoßbach  
Astrid Hoßbach  
Norbert und Roswitha Bohlander Regie:

Aufführungsrechte: Deutscher Theaterverlag, Weinheim

Autor: Bernd Gombold

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