Theater Bericht 2003

„Kohle, Moos und Mäuse“

 „Dorftheater“ begeistert zum 20-Jährigen Jubiläums mit Aufführung – Fünf Vorstellungen ausverkauft.

20 Jahre sind - im vergleich zur langen Geschichte des Dorfes – keine überwältigende Zahl. Für das „Steinbacher Dorftheater“ das seid zwei Jahrzehnten für Furore und Heiterkeit auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gesorgt hat, bedeutet diese Jubiläumszahl allen Grund zu feiern. Und mit dem Ensemble gefeiert haben auch zahlreiche Fans. Lange vor der Aufführung sind die fünf Vorstellungen restlos ausverkauft.

Lampenfieber bei den Darstellern und Erlebnisvorfreude bei den Zuschauern ließen den Premiereabend zu einem besonders stimmigen Abend werden. Mit dem dreiaktigen Schwank „Kohle, Moos und Mäuse“ von Bernd Gombold wurde auch die diesjährige Saison bravourös gemeistert.

Die Handlung:

Albert und Otto, zwei streitbare Nachbarn haben eine „schwere Nacht“ hinter sich, denn sie wollten in einem nächtlich durchgeführten Wettpflügen“ die stärke ihrer Traktoren messen. Am Morgen danach plagt Albert nicht nur sein schwerer Kopf, sondern auch sein Sohn Michael. Dessen Einfältigkeit scheint wieder einmal keine Grenzen zu kennen. So beschließt Albert mit seiner Frau Magda, eine bereits seit längerem geplagte „Heiltherapie“ für Michel in die Wege zu leiten. Der verschlagene Viehhändler Erich soll Michel der dubiosen „Dame“ Lolita zuführen, die aus dem Jungen einen „richtigen Mann“ machen soll. Gleichzeitig bittet Albert den Viehhändler, den kranken Hofhund mit dem Schussapparat von seinen leiden zu erlösen. Die schwerhörige Oma Marie und die nicht gerade mit großer Intelligenz gesegnete Magd Leni verstehen dies jedoch falsch und vermuten, Michel soll „um die Ecke“ gebracht werden. Als der Viehhändler auftaucht, Michel gerufen wird, kurze Zeit später ein Schuss fällt und der Junge verschwunden ist, fühlen sich die beiden Frauen in ihrer Vermutung bestätigt.

Leini hält es für ihre Pflicht, den übereifrigen Dorfpolizisten Heinz zu informieren, der sofort die Ermittlungen aufnimmt. Albert und Magda werden festgenommen. Als kurz darauf Lotterieinspektor Richard Reichenmacher auftaucht, um dem Glückspilz Michel seinen Lotteriehauptgewinn über eine Million Euro in Form eines Schecks zu überbringen, wittern die Nachbarn Otto und Rosa ihre Chance, zu Geld zu kommen. Kurzerhand wird ihre Magd Leni als Michel verkleidet, um den Geldgewinn in Empfang zu nehmen. Der Lotterieinspektor übergibt dann auch unter erheblichen Einfluss von Alkohol den Scheck leichtfertig an Leni.

Im Hühnerstall verliert Leni den Scheck jedoch, und die Hühner fressen das wertvolle Papier auf. Das Wehklagen ist groß, denn nicht nur der Scheck fehlt, sondern urplötzlich ist auch der Lotterinspektor verschwunden und somit sind alle Aussichten auf den erhofften Geldsegen zunichte gemacht. Auch Michels Eltern erfahren zufällig von dem Millionengewinn ihres Sohnes. Ebenso Viehhändler Erich und Lolita, die Michel allerdings in der Stadt verloren hat. So beginnt eine wilde Suche nach dem verschollenen Millionär, wobei jeder den andern beschuldigt, die Million und den verlorenen Sohn mitgenommen zu haben. Für Verwirrung sorgt auch noch eine Kiste mit Schmuck und Silberbesteck, die beim nächtlichen Wettpflügen zutage gefördert wurde.

Das Chaos ist komplett, als der tot geglaubte Michel plötzlich wieder auftaucht – in Begleitung Lolitas, die den armen jungen um seine Million bringen will. Doch als der Millionen Scheck plötzlich wieder auftaucht, an seinen rechtmäßigen Besitzer übergeben werden kann und der Eigentümer der gefundenen „Schatztruhe“ feststeht, renkt sich alles wieder ein.

Gernot Breitenbruch (Michel) und Martina Partenheimer als Magd Leni zeigten in Gestik und Mimik Glanzleistungen. Den leicht anrüchigen Bauer Albert bringt Ralf Becker, von seiner Frau Magda (Anja Lehrmoser) gelungen getölpelt, überzeugen rüber. Deren Oma Marie (Nicole Geißler) findet lachmuskelreizend zu jeder „Elend“ – Lage eine düstere Prognose. Ganz schön hinterfotzig zeigen sich Nachbar Otto (Wolfgang Bauer) und dessen geldgieriges Weib Rosa (Jutta Neumayer). Ein Lob verdiente sich auch Volker Bauer als durchtriebener Viehhändler Erich. „Im Namen des Gesetzes“ sorgte Dorfpolizist Heinz alias Heinz-Werner Hossbach für allerhand Durcheinander. Als zunehmend betrunkener Lotterieinspektor Richard Reichenmacher sorgte Gerald Heeger zuhauf für Situationskomik. Nicht zuletzt ist da die „stadtbekannte Dame“ Lolita. Sonja Ciara besticht hier mit ihrem Part als durchtriebenes Luder. Besondere Hochachtung gebührt Manfred Lehrmoser. Ihm unterstanden die Leitung, ein großartig gelungenes Bühnenbild, bei dem alles stimmte, und die Soufflage. Für adäquate Maske sorgten Marianne Christ, Regina Baumgärtner und Doris Stöckel. Dass auch die „Flocken“ rein kamen, lag an Roswitha Bohlander Verantwortung.

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